Darmflora-Analytik mit MutaPLATE® - quantitative Real-time PCR-Tests

Ermittlung der genetischen Keimzahl von Akkermansia, Bacteroides, Bifidobakterium, Faecalibacterium et al.

Ein erwachsener Mensch ist von ca. 1014 Bakterien besiedelt (100 Billionen!), zwar nicht nur, aber überwiegend im Gastrointestinaltrakt. Die intestinale Mikrobiota ist eine komplexe Lebensgemeinschaft von Mikroorganismen im Darm, die für jeden Menschen einzigartig ist. Sie beginnt mit der Erstbesiedlung in der Kindheit und ihre Zusammensetzung hängt maßgeblich von der Ernährung ab.
Diese besiedelnden Bakterien übernehmen bei der Verwertung von Nahrung wichtige Funktionen, z. B. die Synthese der Vitamine B1, B2, B6, B12 und K sowie bestimmter kurzkettiger Fettsäuren, die wiederum den Darmschleimhautzellen als Energiequelle dienen. Veränderungen in der Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota - also eine Dysbiose - können mit Erkrankungen einhergehen, z. B. mit systemischen Entzündungen wie einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung oder einer reduzierten Kolonisationsresistenz, mit Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Allergien, mit metabolischen Erkrankungen wie Adipositas oder dem metabolischen Syndrom, Diabetes Typ 2 oder auch der nicht-alkoholischen Fettleber. Je vielfältiger und artenreicher die intestinale Mikrobiota ist, desto besser funktionieren auch die Verdauung und die körpereigene Abwehr. Es ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert, dass eine gehäufte Antibiotikagabe im Jugendalter diese Diversität negativ beeinflusst.
Das intestinale Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit der in der Darmflora vorkommenden Gene der Darmbakterien. Die genetische Analyse des Mikrobioms und die Bestimmung der - anteiligen - Zusammensetzung der Darmflora sind daher ein wichtiges Diagnose-Werkzeug, dessen Wert mehr und mehr erkannt wird.
Protektive Bakterien bauen Kohlenhydrate ab, produzieren Vitamine und kurzkettige Fettsäuren und stabilisieren die Darmbarriere – z. B. Bifidobakterien, Lactobacillen, verschiedene Gattungen der Bacteroidetes und auch E. coli. Schädliche Bakterien bilden Lipopolysaccharide sowie Toxine und fördern chronische systemische Entzündungen - z. B. Clostridien.
Bei Adipositas spielt das Verhältnis von Firmicutes zu Bacteroidetes eine bedeutende Rolle. Je höher der Anteil an Bacteroidetes, desto geringer das Körpergewicht. Ein Übermaß an Firmicutes fördert die Dickleibigkeit ebenso wie ein Mangel an Faecalibacterium prausnitzii und Akkermansia muciniphila. Diese beiden sind deutlich reduziert bei Adipositas, und dieser Mangel korreliert ebenso mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Darmtumoren.
Wenn die oben aufgeführten Erkrankungen oder Symptome erst einmal aufgetreten sind, kann eine molekularbiologische Analyse der Darmflora die Auswirkungen der individuellen Mikrobiota auf die Kolonisationsresistenz, Verdauungsprozesse, Synthese von Vitaminen oder Auswirkungen auf das Immunsystem besser erfassen als kulturelle Anzüchtungen, weil sich anaerobe Bakterien nur bedingt anzüchten lassen.
Die molekulargenetische Diagnostik ermöglicht die Analyse der Diversität des Mikrobioms und Aussagen zur Dysbiose, sie quantifiziert die vorliegenden Bakterienstämme und kann die Firmicutes/Bacteroides-Ratio ermitteln.
Erst mit dieser Bestandsaufnahme kann die richtige Therapie erfolgen, z. B. eine spezifisch adaptierte Diät mit Prä- und Probiotika.

Produkte:
MutaPLATE® Akkermansia, PCR        KE19007
MutaPLATE® Bacteroides, PCR         KE19001
MutaPLATE® Bifidobakterien, PCR    KE19003
MutaPLATE® Eubakterien, PCR         KE19002
MutaPLATE® Faecalibacterium, PCR  KE19011

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