Neuronale Transglutaminase Antikörper

Ermittlung der anti-neuronalen Transglutaminase IgA- und IgG-Antikörper für Personen mit Glutenunverträglichkeit

Was sind Transglutaminasen (TGs) und wann sollte man testen, ob Autoantikörper dagegen vorliegen?
Die Transglutaminasen bilden eine zu den Transferasen gehörende Enzymfamilie. Transglutaminasen katalysieren den Acyl-Transfer von proteingebundenen Glutamin-Resten auf primäre Amine. Beim Menschen kennt man 8 verschiedene TGs. Die Gewebetransglutaminase (TG2) ist aus der Zöliakie-Diagnostik, die TG3 aus der Diagnostik von Autoimmunerkrankungen der Haut bekannt (z. B. Dermatitis herpetiformis Duhring). TG6 ist die Transglutaminase des zentralen Nervensystems. Dysfunktionen der Transglutaminasen haben eine klinische Relevanz.
Was ist eine Ataxie und was hat sie mit TGs zu tun?
Als Ataxie bezeichnet man Störungen der Bewegungs-Koordination. Bewegungen werden nicht mehr im richtigen Ausmaß oder in koordinierter Weise durchgeführt. Es gibt Hinweise, dass Ataxien auch immunologische Ursachen haben können. Bei einer Ataxie in Kombination mit bereits diagnostizierter Zöliakie sollte man zur Differentialdiagnostik der Ataxie nach Autoantikörpern gegen TG6 suchen. Das klinische Spektrum der Zöliakie bezieht sich zwar meist auf den Gastrointestinaltrakt, mitunter auch auf die Haut, kann aber auch das Nervensystem betreffen. Extraintestinale Manifestationen der Zöliakie können sein: Epilepsie und Kopfschmerz (vor allem bei Kindern) und zerebelläre Ataxie und extrazerebelläre Begleitsymptome wie periphere Neuropathie. Diese neurologischen Manifestationen und Dysfunktionen der Zöliakie kommen in ähnlicher Form auch bei der Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität (NCGS) vor. Bei der NCGS werden anti-Gliadin-Antikörper (typisch bei Zöliakie), sowie anti-TG2/3-Antikörper eher nicht gefunden. Deswegen kommt man nicht sofort auf den Zusammenhang zur Ernährung.
Bei der NCGS kann es im neurologischen Umfeld weiterhin zu Verhaltensauffälligkeiten, Depression oder Hyperaktivität kommen. Liegen diese Symptome vor, ergibt sich eine Indikation zur Testung auf TG6-Antikörper aus der therapeutischen Konsequenz, denn Patienten mit Gluten-Ataxie können von einer glutenfreien Diät profitieren.
Unabhängig von einer Zöliakie wurden darüber hinaus auch bei einer Reihe weiterer neurologischer Störungen anti-hnTG6-Antikörper diagnostiziert:
Kinderlähmung, Schizophrenie und Amyotrophe Lateralsklerose. Daher ist auch hier das Testen hilfreich.

Fazit
•    Autoantikörper gegen die Transglutaminase 6 (neuronale Transglutaminase) wurden bei Patienten mit Glutenataxie nachgewiesen, sie können aber auch bei anderen glutensensitiven neurologischen Symptomen vorkommen (anti-hnTG6 IgA oder IgG).
•    Offenbar kommt es bei Patienten mit glutensensitiven Erkrankungen zu einer anti-TG-Immunantwort, wodurch eine systemische Autoimmunerkrankung ausgelöst werden kann.
•    Bei glutensensitiven Patienten fällt bei glutenfreier Ernährung der Spiegel von anti-hnTG6-Antikörpern signifikant ab. Das bedeutet, genau diese Patientengruppe profitiert von der TG6-Diagnostik und der erweiterten Standardtherapie.

Neue Produkte:
•    anti-humane-neuronale Transglutaminase IgA (anti-hnTG6 IgA) (K 9388)     (Messung in Plasma und Serum)
•    anti-humane-neuronale Transglutaminase IgG (anti-hnTG6 IgG) (K 9389)     (Messung in Plasma und Serum)

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