Neue Wege in Diagnostik und Therapiekontrolle chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED)

Teil 3: Individualisierte Steuerung der TNFα-Blocker Therapie durch Spiegelmessung

Zur gängigen Behandlung von CED-Patienten, die nicht auf eine Standardtherapie mit Kortikosteroiden ansprechen, zählt die Gabe eines Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNFα) Blockers wie z.B. Infliximab. Infliximab ist ein chimärer monoklonaler IgG1-Antikörper mit hoher Affinität und Spezifität für TNFα, der bei Patienten mit moderaten bis schweren CED eingesetzt wird.

TNFα-Antikörper können die Behandlung beeinträchtigen

Ein Problem in der Praxis der Infusionstherapie ist die Bildung von Antikörpern gegen den TNFα- Hemmer, die schwere allergische Reaktionen bzw. den Wirkverlust des Medikamentes verursachen können und so möglicherweise die Therapie gefährden. Die Antikörperbildung gegen TNFα- Blocker wird vom Infusionsschema beeinflusst und kann z.B. durch eine regelmäßige Erhaltungstherapie verringert werden (Maser et al., 2006; Lichtenstein et al., 2007). Weiterhin scheint die übliche Begleittherapie mit Immunsuppressiva zur Verhinderung der Antikörperbildung nicht immer indiziert zu sein (van Assche et al., 2007).


Wirkstoff-Spiegel als Indikator des Therapieerfolges

Das erfolgreiche Management der TNFα -Blocker-Therapie beruht demnach auf einer individualisierten Steuerung des Behandlungsschemas. Dabei kommt dem Monitoring der Infliximab-Konzentration eine besondere Rolle zu, da ein nachweisbarer Serum-Spiegel mit der klinischen Remission und der Besserung der endoskopischen Befunde eng korreliert und somit ausschlaggebend für den Therapieerfolg ist (Maser et al., 2006).

Die regelmäßige Überwachung des Wirkstoffspiegels ist nicht nur wegen einer möglichen Infliximab-Antikörperbildung angezeigt sondern auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Bedarf des Wirkstoffs je nach klinischem Zustand des Patienten variiert (z.B. hoch während Schub) und die Medikation dementsprechend angepasst werden kann.


ELISA-Tests erleichtern die regelmäßige Kontrolle

Die Konzentration von TNFα-Antikörpern (z.B. Infliximab) im Serum kann mit einem einfachen ELISA (Immundiagnostik AG) gemessen werden. Der Assay weist den Wirkstoff-Spiegel im Serum mit hoher Sensitivtät durch einen Titertest nach, der humanes rekombinantes TNFα  als Antigen verwendet (Testschema s. Abb. 1A).

Im Zusammenhang mit der Überwachung des Wirkstoffspiegels kann der Nachweis von Infliximab-Antikörpern Auskunft über eine evtl. Gefährdung der Therapie geben und so eine frühzeitige Veränderung oder Aussetzung des Behandlungsschemas ermöglichen. Der ELISA-Test zur Bestimmung von Antikörpern gegen TNFα-Blocker (Immundiagnostik AG) weist spezifisch die Wirkstoff-Immunogenität nach, ohne durch Rheumafaktoren und/oder irreguläre Antikörper gestört zu werden (Testschema s. Abb. 1B).

Die doppelte Überwachung des Infliximab-Serumspiegels und der Immunogenität sind für den behandelnden Arzt wichtige Instrumente, um Wirkung und Verträglichkeit der Behandlung zu optimieren und somit letztendlich deren Erfolg zu sichern.


Abb. 1: Erfolgskontrolle der TNFα-Blocker-Therapie durch Überwachung des Serumspiegels und der Immunogenität

A) ELISA-Prinzip zur Konzentrationsmessung von TNFα-Antikörpern (z.B. Infliximab)

B) ELISA-Prinzip zur Bestimmung von Antikörpern gegen TNFα-Blocker (Antikörper gegen anti-TNFα)

Literatur:
Maser et al. (2006) Clin Gastroent and Hepat 4: 1248-1254
Lichtenstein et al. (2007) Gastroenterology 132 (4 suppl 2): A-146
Van Assche et al. (2007) Gastroenterology 132 (4 suppl 2): A-103

 

Presseinformation vom 29.06.2009

 

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